Minden (hcs). Zur Doch ehe dieses Märchen nach Oscar Wilde zu hören war, präsentierten
sich zwei junge Pianisten, Marlena Schroeder und Roman Rofalski, beide
Schüler der bekannten Klavierpädagogin Almut Preuß-Niemeyer. Marlena Schroeder eröffnete ihren Klaviervortrag mit Präludium und Fuge
in es-moll aus dem ersten Band des Wohltemperierten Klavier von Bach. [...] Roman Rofalski ließ
sich mit Robert Schumanns Gesänge der Frühe, Opus 133, hören. Er ist ein Spieler mit großen
Kraftreserven, der aber auch dem Klavier sehr zarte Töne zu entlocken versteht. [...] Den zweiten Teil des Abends bildete nun das Märchen nach Oscar Wilde, zu
dem Dirk Schmeding das Libretto geschrieben hat. Matthias Brandt trug
sehr ausdrucksvoll die Zwischentexte vor, die die einzelnen
Gesangsnummern verbanden. Sie hatte Wendelin Bitzan vertont, ebenfalls
ein Schüler von Preuß-Niemeyer. Seine Musik ist dem Dur-Moll-System verpflichtet, in dem Bitzan sich
geschickt und überzeugend ausdrücken kann. Seine Musik hat Charakter und
ist satztechnisch mit großem Geschick geschrieben. Man hörte
Besinnliches, Leidenschaftliches und noch viele andere Affekte, die sich
dem Zuhörer unmittelbar erschlossen. Er selbst spielte seine Komposition
am Klavier und zeigte sich als versierter Pianist. Die Nachtigall sang mit schönem Sopran
Helen Rohrbach. Ihr hatte Bitzan jedoch viel zugemutet; sie musste des Öfteren in sehr
hohe Lagen gehen, die sie zwar beherrscht, doch ist es ein unnötiger Stress in dieser
Häufung, zumal die Stimme in diesen Lagen forcieren muss. Hier täte der
Komponist gut daran, etwas Milde walten zu lassen. Der Rosenstrauch fand in Dshamila Kaiser eine feine Interpretin. Ihr
warmer Alt überzeugte. Kristof Schliep als Student besitzt einen hellen
und flexiblen Tenor, den er sicher in allen Lagen einsetzte. Die alte
Eiche sang Andreas Wolf, der über ein wohlklingenden Bass verfügt. Alle
Solisten muss man gleichmäßig loben, sie sangen sehr einfühlsam. Diese Aufführung hätte noch viel mehr Zuhörer verdient. Alle, die diesen
Abend erlebten, werden mit Vergnügen an ihn zurückdenken. Hans-Christoph Schröter im Mindener Tageblatt am 10. Oktober 2006 über:Überzeugende Uraufführung
Bitzan stellt Vertonung des Märchens „Die
Nachtigall und die Rose“ vor
Nachtigall und die Rose
, ein Märchen in Tönen, von
Wendelin Bitzan vertont, hatten junge Künstler ins
Ratsgymnasium geladen.Affekte erschließen sich unmittelbar
Wendelin Bitzan: Die Nachtigall und die Rose
am 7. Oktober 2006 im Ratsgymnasium Minden.