Jan Kristof Schliep - Tenor

Presse

Überzeugende Uraufführung

Bitzan stellt Vertonung des Märchens „Die Nachtigall und die Rose“ vor

Die Nachtigall und die Rose

Minden (hcs). Zur Nachtigall und die Rose, ein Märchen in Tönen, von Wendelin Bitzan vertont, hatten junge Künstler ins Ratsgymnasium geladen.

Doch ehe dieses Märchen nach Oscar Wilde zu hören war, präsentierten sich zwei junge Pianisten, Marlena Schroeder und Roman Rofalski, beide Schüler der bekannten Klavierpädagogin Almut Preuß-Niemeyer.

Marlena Schroeder eröffnete ihren Klaviervortrag mit Präludium und Fuge in es-moll aus dem ersten Band des Wohltemperierten Klavier von Bach. [...] Roman Rofalski ließ sich mit Robert Schumanns Gesänge der Frühe, Opus 133, hören. Er ist ein Spieler mit großen Kraftreserven, der aber auch dem Klavier sehr zarte Töne zu entlocken versteht. [...]

Affekte erschließen sich unmittelbar

Den zweiten Teil des Abends bildete nun das Märchen nach Oscar Wilde, zu dem Dirk Schmeding das Libretto geschrieben hat. Matthias Brandt trug sehr ausdrucksvoll die Zwischentexte vor, die die einzelnen Gesangsnummern verbanden. Sie hatte Wendelin Bitzan vertont, ebenfalls ein Schüler von Preuß-Niemeyer.

Seine Musik ist dem Dur-Moll-System verpflichtet, in dem Bitzan sich geschickt und überzeugend ausdrücken kann. Seine Musik hat Charakter und ist satztechnisch mit großem Geschick geschrieben. Man hörte Besinnliches, Leidenschaftliches und noch viele andere Affekte, die sich dem Zuhörer unmittelbar erschlossen. Er selbst spielte seine Komposition am Klavier und zeigte sich als versierter Pianist.

Die Nachtigall sang mit schönem Sopran Helen Rohrbach. Ihr hatte Bitzan jedoch viel zugemutet; sie musste des Öfteren in sehr hohe Lagen gehen, die sie zwar beherrscht, doch ist es ein unnötiger Stress in dieser Häufung, zumal die Stimme in diesen Lagen forcieren muss. Hier täte der Komponist gut daran, etwas Milde walten zu lassen.

Der Rosenstrauch fand in Dshamila Kaiser eine feine Interpretin. Ihr warmer Alt überzeugte. Kristof Schliep als Student besitzt einen hellen und flexiblen Tenor, den er sicher in allen Lagen einsetzte. Die alte Eiche sang Andreas Wolf, der über ein wohlklingenden Bass verfügt. Alle Solisten muss man gleichmäßig loben, sie sangen sehr einfühlsam.

Diese Aufführung hätte noch viel mehr Zuhörer verdient. Alle, die diesen Abend erlebten, werden mit Vergnügen an ihn zurückdenken.

Hans-Christoph Schröter im Mindener Tageblatt am 10. Oktober 2006 über:
Wendelin Bitzan: Die Nachtigall und die Rose am 7. Oktober 2006 im Ratsgymnasium Minden.


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