Jan Kristof Schliep - Tenor

Presse

Zu Gast in Peine

Der bunte Vogel

Theater, kann man spüren, es riecht, es schmeckt. Es ist die beste Illusionsmaschine, viel besser als Kino, denn alles ist live, sagt Opernsänger Kristof Schliep, der am Sonnabend beim Sommerfest im Wohnpark Fuhseblick auftrat. Dort spielte er den Papageno aus Mozarts Zauberflöte. In sein Repertoire gehört unter anderem Querflöte spielen, singen, Luftballontiere basteln, Feuer spucken. In diesen Tagen machte er mit einer Teilnote von 1,3 sein Diplom als Opernsänger.

Wann er angefangen habe zu singen? Das war schon, bevor ich angefangen hatte zu reden, sagt Schliep, während er sich bunte Federn an den Kopf klebt und sich rote Farbe ins Gesicht streicht. Danach habe ich in Kinderchören und Schulchören gesungen.

Nach dem Abitur habe ich mich nicht so recht getraut, die Aufnahmeprüfung für das Studium zum Opernsänger zu machen. Deshalb habe ich angefangen, Sonderschulpädagogik zu studieren. Aber irgendwann sei der Drang zur Musik größer gewesen und er bestand die Prüfung. Seitdem hatte Schliep Engagements beispielsweise am Theater Lübeck sowie am Theater Hildesheim und im GOP in Hannover. Mit 14 Jahren habe ich angefangen zu jonglieren. Mit 19 war ich dann an der Staatsoper Hannover als Jongleur und Feuerspucker, erinnert sich Schliep zurück und zupft weiter an den grünen Ästen seines Kostüms. Der gebürtige Herdecker habe auch eine Zeit lang beim pädagogischen Circus Luna aus Würzburg gearbeitet. Heute mache ich eine Mischung aus allem. Ich spiele hier Querflöte, biete Gesang, Artistik und bastele vor allem für die Kinder Luftballontiere. Es ist schön, aus den vielen Möglichkeiten, die ich habe, etwas Neues zu schaffen.

Sein Kostüm hat er selbst genäht. Ich habe alles drangemacht, was ich da hatte und was passte, sagt er. Bei eigenen Auftritten schminkt er sich selbst, vor einem längerem Opernauftritt genießt er es auch, geschminkt zu werden. Das sei gut zum Konzentrieren. Nebenbei steigt Schliep auf eine Leiter und balanciert mit ihr, eine kleine Vorübung für seinen Auftritt.

Sein Plan für die Zukunft ist ein Engagement an einem Theater. Bis dahin vergnüge ich mich weiter und mache all die Dinge, die mir Spaß machen, sagt der 32-Jährige. Inzwischen hat er sich in einen bunten Vogel verwandelt, der er nach seiner 20-jährigen Karriere auch in seiner künstlerischen Laufbahn schon geworden ist.

Stefanie Jabs in der Peiner Allgemeinen Zeitung vom 18. Juli 2006 in der Reihe Zu Gast in Peine


Jan Kristof Schliep: mail@kristof-schliep.de

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