Klassisch schön zeigt das Theater für Niedersachsen Franz Lehárs Operette Komtess Lisa (überzeugend Staphanie Elliott) verschmäht ihren Jugendfreund Gustel (keck und frisch Jan Kristof Schliep). Total verliebt
folgt sie als Ehefrau dem Prinzen Sou-Chong (Jorge Garza mit einer schönen, aber leider auch kleinen Stimme) nach China. Schon bald stellt sich
die Unvereinbarkeit der europäischen Mentalität und der in starren Konventionen verharrenden chinesischen Traditionen heraus. Freund Gustel, der
sich der prinzlichen Schwester Mi (Antonia Radneva soubrettenhaft kess) genähert hat, verzichtet auf diese Liebe und verhilft der unglücklichen
Lisa zu ihrer Rückkehr nach Europa. Und so bleibt Prinz Sou-Chong mit seiner Schwester Mi traurig, einsam und maskenhaft starr zurück. Nach
jahrhunderte alter chinesischer Tradition Lehàr hat ein nahezu opernhaftes Werk geschaffen. Mit zauberhaften Melodien wie Aller-Zeitung vom 2. Februar 2010 über: Das Theater für Niedersachsen hat für seine Dass die Herzen des Publikums trotzdem erreicht wurden, war dem leidenschaftlichen Dirigat von Wolfgang Wengenroth zu verdanken, der den
übermächtigen Bildern die große opernhafe Geste von Lehárs Musik entgegen setzte und das Orchester des TfN zu delikaten Einzelleistungen animierte.
Für Genuss sorgte auch Isabell Bringmann als Lisa, die, anders als ihr Bühnenpartner Jorge Garza in der Rolle des Sou-Chong, mit absolut sicherer
Höhe und souveränem Spiel punktete. Vielleicht wäre da Jan Kristof Schliep, der als Gustl eine überzeugende Leistung bot, mit seinem klaren
und sicher ansprechendem Tenor eine bessere Wahl für den chinesischen Prinzen gewesen. Die eigentlich als Zweitbesetzung vorgesehene Nan Li kam
kurzfrißtig in der Premiere zum Einsatz und präsentierte sich als Prinzessin Mi stimmlich und darstellerisch topfit. Es fällt nicht schwer,
vorherzusagen, dass die Produktion auch in der benachbarten Landeshauptstadt Hannover gut ankommen wird, wo sie am 6. Mai im
Theater am Aegi als Gastspiel zu erleben ist. Das Opernglas
vom April 2009 über:Publikum leidet mit den Liebenden
Zauberhaft Aufführung von Lehárs
Land des Lächelns
in der ausverkauften StadthalleLand des Lächelns
in der ausverkauften Stadthalle Gifhorn. Ein
wunderbar aufwändiges Bühnenbild und Zauberhafte Kostüme versetzten die Zuschauer in das gemütsvolle Wien und ebenso in das exotisch anmutende
China.Immer nur lächelnd, und niemals zeigend das wahre Gesicht!
.Dein ist mein ganzes Herz
oder Wer hat die Liebe uns
ins Herz gesenkt?
. Er zeichnet auch perfekte fernöstliche Stimmungslandschaften. Genial und straff führte Anja Biehlmaier das Orchester, das
alle Farbigkeit, Harmonik, Melodik und Rhythmik exzellent zelebrierte.
Das Land des Lächelns
am 31. Januar 2010 in der Stadthalle Gifhorn
Die Bühne als Star
Das Land des Lächelns
-Inszenierung die Ausstattung
einer Produtkion übernommen, die 2005 am Anhaltinischen Theater Dessau entstanden und dort mit einem Publikumspreis ausgezeichnet worden war.
Und Bühnenbild und Kostüme sind in der Tat die eigentlichen Stars dieser Aufführung. Zwar mussten die von Bernhard Kilchmann entworfenen
Kulissenteile für die erheblich kleinere Bühne des Stadttheaters Hildesheim gestutzt werden, aber die stilistische und handwerkliche Qualität
blieb erkennbar. Benjamin Sahler, damals als Regieassistent an der Produktion beteiligt, erarbeitete mit den Hildesheimer Solisten eine eigene
szenische Deutung, die der Konzeptionvon Ana Christine Haffters Dessauer Inszenierung verpflichtet blieb. Im Ergebnis ist dabei eine kurzweilige,
mit artistischen Einlagen und verhaltenem Witz aufgelockerte Aufführung herausgekommen, die den starken emotionalen Gehalt der romantischen
Operette allerdings nur eingeschränkt transportierte.
Das Land des Lächelns
am 7. Februar 2009 im TfN • Theater für Niedersachsen