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Wieland und Weber – Wort und Ton auf höchstem Niveau , so hatte es Dirigent Werner Seitzer im Programmheft angekündigt. Wahrlich keine
Übertreibung, denn mit Carl Maria von Webers romantischer Oper Oberon gelang der von ihm geleiteten TfN-Philharmonie gleich beim ersten Konzert
der DEWEZET-Classics-Reihe ein mitreißender Konzertabend.
Die Musikstücke der konzertante Aufführung von Webers 1826 in London und Leipzig uraufgeführter Oper Oberon, oder der Schwur des Elfenkönigs
werden in Seitzers Fassung durch verbindende Zwischentexte aus Christoph Martin Wielands Heldengedicht in zwölf Gesängen verbunden.
Die exzellente Rezitation von Sprecherzieher Florian Ahlborn legte die ganze wild-romantische Kraft und die den Wielandschen Versen innewohnende
Dramatik frei. Angelehnt an Motive aus Shakespeares Ein Sommernachtstraum und Der Sturm sind in Wielands Versepos alle romantischen
Versatzstücke vorhanden: ein schicksalhafter Schwur, der nur durch reine Liebe und Treue gelöst werden kann, ein edler Kreuzritter mit Mordauftrag
im Dienste Kaiser Karls, Schiffahrt, Sturm und Schiffbruch, Entführung, Gefangenennahme, Versklavung, dramatische Zuspitzung, Rettung und Erlösung
in letzter Sekunde.
Durch die Einbindung des Rezitators, so Seitzer, sei ein neues Gesamtkunstwerk entstanden, Keine Oper im landläufigen Sinne, aber ein
'Hör-Spiel' der allerersten Güte .
Neben die verbindenden Texte stellt die TfN-Philharmonie Webers meisterliche Musik, die bereits in Richtung Wagner weist. Etwa in der großen Szene
Ozean, Du Ungeheuer , die die amerikanische Sopranistin Lauren Welliehausen ebenso herausragend gestaltet wie der koreanische Tenor Sungwon Jin,
dessen Stimmgewalt in der Rolle des Ritters Hüon das Theater erzittern ließ.
Jan Kristof Schliep als Schildknappe Scherasmin fand moderatere, doch nicht minder passende Töne. Dorothee Schlemm in der etwas einfacheren Partie
der Dienerin Fatima überzeugte gleichermaßen wie die aus den Tiefen des Raumes hervor klingenden Christian S. Malchow (Oberon), Tanja Westphal (Puck)
und Julia Riemer (Meermädchen).
Wo durchaus einige Arien spontan hätten bejubelt werden können, sparten sich die Hamelner ihre Begeisterung für einen sehr lange anhaltenden
Schlussapplaus auf. Wohlverdientes Lob für einen in Wort und Ton ergreifenden Hör-Spiel -Abend.
Christoph Huppert auf Zeilen-Sprung.de
vom 14. September 2011 über:
Oberon am 13. September 2011 im Theater Hameln
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